Luthers Vermächtnis als überwältigendes Klangerlebnis

Kategorie: Presse
Veröffentlicht am Dienstag, 31. Oktober 2017 08:23
Geschrieben von Markus Hubert
Zugriffe: 1241
In der Illertisser Martinskirche ist die zum reformationsjubiläum komponierte Kantate uraufgeführt worden – ein grandioser Erfolg.

In einer Kleinstadt braucht es Mut, zu einem bundesweit groß gefeierten Jubiläum wie 500 Jahre Reformation einen eigenen Akzent zu setzen: Der Illertisser Förderkreis für Kirchenmusik und klassische Musik hat das gewagt. Zum Fest ließ er eine Kantate komponieren. Das Stück wurde nun von Kirchenchor, Kammerorchester sowie Vokal- und Instrumentalsolisten unter Gesamtleitung von Markus Hubert in der voll besetzten katholischen Kirche St. Martin uraufgeführt. Mit großem Erfolg: Nach der Begeisterung der Zuhörer zu urteilen, wird diese ganz im Zeichen der Ökumene stehende Konzertstunde noch lange nachklingen.

Und damit eine Besonderheit: Vor allem für Gläubige der älteren Generation sei ein Reformationskonzert in einer katholischen Kirche alles andere als selbstverständlich, sagte Hans Scherrer, der Vorsitzende des Förderkreises. Die Ökumene stehe in der Vöhlinstadt jedoch im Fokus: „Das Jahr 2017 sollte ein großes Christenfest sein, das alle einlädt, den Glauben neu zu entdecken.“ Dies konnten die zahlreichen Besucher, die das Gotteshaus zur Premiere der Kantate füllten, schon von Beginn an: Zu hören gab es das aus der Feder von Martin Luther stammende Bekenntnis „Ein feste Burg ist unser Gott“, die kirchliche Festouvertüre von Otto Nicolai und einen Choral aus der „Reformationssymphonie“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Das ebenfalls von Luther formulierte Gebet „Verleih und Frieden gnädiglich“ stimmte dann ein auf die atemberaubend spannende Uraufführung der Kantate zur Reformation.

Die Auftragskomposition habe ihn vor die Herausforderung gestellt, den enormen Gedanken und den Beweggründen von Luther sowie der großen Entwicklung der Reformation künstlerisch gerecht zu werden, erklärte der Nürnberger Volker Felgenhauer, der zur Premiere nach Illertissen gekommen war. Die Zuhörer ließen sich dann sechs Stationen aus dem Leben Luthers näher bringen – ganz wie in einem musikalischen Bilderbuch: Mit effektvollem Schlagwerkeinsatz vermittelte das Orchester etwa die und Turbulenzen eines Gewitters, in das Luther im Verlauf der Handlung gerät. Mit einer bewundernswerten Vielfalt an klanglichen Effekten (Manuel Gira am Schlagwerk und Daniel Gräser an der Orgel) machten Kirchenchor und Orchester sowie der Erzähler (Norbert Klar), Martin Luther (Maximilian Lika) und der sogenannte „Versucher“ (Gábór Molnár) die Entwicklung des Reformators erlebbar. Von Luthers Weihe zum Priester über das Entdecken der Gerechtigkeit Gottes, das Verfassen der 95 Thesen und die Aufforderung zum Widerruf bis hin zur Übersetzung der Bibel.

Immer wieder wurde Luthers Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ zum Motiv. Mit Unterstützung von Trompeten, Klarinetten, Tuba, Fagott, Posaune, Querflöte, Harfe und Schlagwerk schuf das Streichorchester eine hohe Intensität, die Musik und Raum zur ergreifenden Einheit verschmelzen ließ. Hubert führte Chor und Orchester mit sicherer Hand, verlieh den Aussagen Klarheit und bewies ausgeprägten Gestaltungswillen. Der Epilog „Sola Gratia“ (allein die Gnade) versprühte Tiefe und Wärme.

Als Kontrast zu der Uraufführung durften die Zuhörer mit Anton Bruckners berühmtem „Te Deum“ dann ein rund 130 Jahre zuvor komponiertes Werk auf sich wirken lassen. Bei dem meisterhaften Zusammenwirken mit einem stimmgewaltigen Vokalensemble – Anita Atzinger (Sopran), Barbara Raiber (Alt), Gábór Molnár (Tenor) und Maximilian Lika (Bass) – ließen Chor und Orchester zum Abschluss ein mächtiges Gotteslob durch den Kirchenraum schallen.

Illertisser Zeitung, 30.11.2017, Claudia Bader


In einer Kleinstadt braucht es Mut, zu einem bundesweit groß gefeierten Jubiläum wie 500 Jahre Reformation einen eigenen Akzent zu setzen: Der Illertisser Förderkreis für Kirchenmusik und klassische Musik hat das gewagt. Zum Fest ließ er eine Kantate komponieren. Das Stück wurde nun von Kirchenchor, Kammerorchester sowie Vokal- und Instrumentalsolisten unter Gesamtleitung von Markus Hubert in der voll besetzten katholischen Kirche St. Martin uraufgeführt. Mit großem Erfolg: Nach der Begeisterung der Zuhörer zu urteilen, wird diese ganz im Zeichen der Ökumene stehende Konzertstunde noch lange nachklingen....
Luthers Vermächtnis als überwältigendes Klangerlebnis - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/illertissen/Luthers-Vermaechtnis-als-ueberwaeltigendes-Klangerlebnis-id43104301.html

Luthers Vermächtnis als überwältigendes Klangerlebnis - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/illertissen/Luthers-Vermaechtnis-als-ueberwaeltigendes-Klangerlebnis-id43104301.html

Unsere Webseite setzt Cookies ein. Wenn Sie die Webseite weiter nutzen möchten, Stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Erfahre mehr